Die Unweiten des Weltalls eröffnen neue Möglichkeiten für die Forschung an menschlichen Zellen. ARIS bringt einen Satelliten samt Fluidtechnik-Labor in die Erdumlaufbahn. BIBUS-Expertise und memetis-Technologie sind bei der visionären Expedition dabei.

Das Wichtigste im Überblick:

2017 von Studenten an der ETH Zürich gegründet, will der Verein ARIS (Akademische Raumfahrt Initiative Schweiz) die Weltraumforschung in neue Sphären führen. Als ein ARIS-Leuchtturm-Projekt will SAGE (Swiss Artificial Gravity Experiment) 2026 einen eigens entwickelten Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen. Darin soll Forschung an menschlichen Zellen stattfinden, um neue Erkenntnisse über deren Alterung im Weltraum bzw. in Mikrogravitation zu gewinnen. Dafür braucht es die entsprechende Fluidtechnik.
Mit dem SAGE-Projekt wollen wir die Grenzen der Erforschung von Alterungsprozessen in menschliche Zellen verschieben, nicht zuletzt auch für künftige Weltraumexpeditionen. Dafür brauchen wir das passende Equipment für Experimente in den beschränkten Platzverhältnissen unseres Satelliten.
ARIS
SAGE verwendet einen sog. 3U CubeSat, einen kleinen Satelliten mit drei würfelförmigen Einheiten. Neben Bordcomputer, Kommunikationssystem sowie Kontrollsystemen für Wärme, Lage und Bestimmung enthält er eine biologische Nutzlast. Die geplanten Experimente (Fluoreszenzmikroskopie) finden unter herausfordernden Bedingungen statt:
Seit Projektstart war klar, dass aufgrund der ultraspezifischen Anforderungen für dieses Forschungsprojekt über Alterungsprozesse von menschlichen Zellen keine Standardlösung in Frage kommt. Die Vernetzung von BIBUS mit der ETH Zürich im Bereich der Fluidtechnik erwies für das SAGE-Projekt als wertvoll. Die Kombination aus der Technologiekompetenz von memetis und BIBUS’ Netzwerk in Forschung und Praxis beschleunigte die von memetis initiierte Entwicklung der geforderten, anspruchsvollen Speziallösung.
BIBUS hat uns seit Projektbeginn transparent und kompetent beraten sowie den passenden Partner dazu geholt. Aus der Verbindung von BIBUS-Expertise mit memetis-Technologie haben wir die Lösung erhalten, die wir für SAGE unbedingt brauchen.
ARIS

Mikrogravitation ist ein Zustand der annähernden Schwerelosigkeit. Sie kommt u.a. in der Erdumlaufbahn vor. Menschliche Zellen altern in der Mikrogravitation schneller. Somit bietet das Weltall einzigartige Bedingungen für die Untersuchung der Wirkung von Medikamenten auf Zellen. Zur Durchführung 12 parallellaufender Experimente mit 24 Mikroventilen in einem 10cm-Würfel tat sich BIBUS mit dem Mikrofluid-Spezialisten memetis zusammen. Resultat ist eine ultrakompakte Lösung mit mehreren Schichten:
BIBUS fokussierte nach der Erstellung des Fluidschemas auf die Beratung von ARIS und die Projektkoordination. memetis zeichnete sich für alle Aspekte der technischen Umsetzung inkl. Auslegung/ Spezifikation der Ventile verantwortlich. Dank der innovativen Formgedächtnis-Aktorik der memetis-Ventile wurde die bisher unerreichte Kompaktbauweise und präzise Durchführung der geplanten Experimente unter den anspruchsvollen Bedingungen erst möglich. Darüber hinaus hat diese Technologie auch das Potential, neue Biomedizinische Möglichkeiten in anderen Anwendungsfeldern zu schaffen.

Der Start des SAGE-Satelliten ist für 2026 geplant. Für die weiteren Schritte ist es hilfreich, das die Forschungseinrichtung einsatzbereit ist. Die Zusammenarbeit mit BIBUS und memetis hat sich also bereits ausbezahlt. Wir sind auch optimistisch, dass die Experimente die gewünschten neuen Erkenntnisse bringen.
ARIS

Im März 2025 hat ARIS mit ALICE erstmals Hardware in den Orbit befördert. Ein weiterer Meilenstein für das Projekt, denn ALICE wird im SAGE-Satelliten als Boardcomputer fungieren. Der Umstand, dass die Lösung für die biologische Nutzlast auch bereits steht, erleichtert die Umsetzung der weiteren Projektphasen in vielerlei Hinsicht:
Noch ist der SAGE-Satellit nicht abgehoben. Neben dem «Zellforschungslabor» wird auch eine Amateurfunklast für Bildungszwecke im CubeSat mitfliegen. Schon vor dem Start liefert das Projekt einen weiteren Beleg, wie die Zusammenarbeit der passenden Partner den Weg für Systemlösungen mit bisher unerreichten Möglichkeiten ebnet.

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